Ein Interview mit Ema Toyama

 

Ema Toyama, Starmangaka von xx me! oder An deiner Seite, stand ihren deutschen Fans auf der Leipziger Buchmesse 2013 in einem Interview Rede und Antwort!
Hier könnt ihr alle Fragen und Antworten nachlesen.

 

EMA: Liebe Toyama-sensei, wir freuen uns sehr, dass Sie uns auf der Leipziger Buchmesse besuchen und sich für einen Panel Talk mit den Fragen der Fans Zeit nehmen! Alle Ihre Mangas gefallen uns wirklich super! Mit welchen Storys aus Ihrer Feder dürfen wir in Zukunft rechnen?

Ema Toyama: Zuerst möchte ich noch loswerden, dass ich noch nie ein solches Panel-Talk-Interview geführt habe und deswegen ein wenig aufgeregt bin (lacht). Insgesamt habe ich jedenfalls großes Interesse an vielen Bereichen und wenn möglich möchte ich irgendwann einen Mystery-Manga veröffentlichen, das wäre mein Traum!

 

EMA: Wie sind Sie auf die Idee für den Manga „An deiner Seite“ gekommen und was genau war Ihre Inspiration?

Ema Toyama: Die Hauptdarstellerin Hikage ist ein sehr schüchternes Mädchen ohne nennenswertes Selbstbewusstsein. Da ich zu meiner Schulzeit genau so war, konnte ich mich sehr gut in diese Situation hineinversetzen und habe mich davon inspirieren lassen.

 

EMA: Viele Fans möchten gerne wissen, ob Sie einen bevorzugten Lieblingsplatz haben, an dem Sie arbeiten und besonders kreativ sein können.

Ema Toyama: So einen Platz habe ich tatsächlich. Da ich sehr gerne bade, kommen mir in der Badewanne oft die besten Ideen (lacht). Aber auch in Cafés oder beim Schlafen kann ich sehr kreativ sein.

 

EMA: In den meisten Ihrer Manga wird die Hauptrolle von einem Mädchen gespielt. Oft sind sie aber auch Außenseiter. Gibt es einen bestimmten Grund für dieses Schema?

Ema Toyama: Da ich Shoujo-Manga zeichne und mein Publikum deswegen fast nur aus weiblichen Lesern besteht, sind auch die Hauptcharaktere meiner Manga meist junge Mädchen. Dass es sich dabei oft um Außenseiterinnen oder etwas ungewöhnliche Charaktere handelt, liegt daran, dass es leichter ist, sich eine interessante Geschichte über solche Personen auszudenken.

 

EMA: Versuchen Sie manchmal auch fremde Personen zu beobachten und zu studieren und diese dann in Ihre Geschichten einzubauen wie Yukina aus „xx me!“?

Ema Toyama: Nein, eigentlich nicht. Aber wenn ich mir eine Geschichte ausdenke, lasse ich mich bei der Gestaltung der Charaktere und deren Verhaltensweisen natürlich oft von Bekannten, wie zum Beispiel Freunden aus der Schulzeit, beeinflussen.

 

EMA: Viele Leser fragen sich, ob der Charakter Yukina eigentlich auf einer realen Vorlage basiert oder komplett Ihrer Phantasie entsprungen ist.

Ema Toyama: Yukina ist tatsächlich vollständig frei erfunden. Ich zum Beispiel bin das totale Gegenteil von ihr, weil ich extrem schüchtern bin. Allerdings fände ich es sehr schön, so unbekümmert wie Yukina durchs Leben gehen zu können.

 

EMA: Was sind im Moment Ihre persönlichen Favoriten im Anime- und Manga-Bereich?

Ema Toyama: In letzter Zeit stehe ich total auf Neon Genesis Evangelion (lacht).

 

EMA: Welchen Charakter aus Ihren eigenen Mangas mögen Sie am liebsten?

Ema Toyama: Meistens mag ich die Hauptcharaktere der Serie, an der ich aktuell arbeite, am liebsten. Daher sind es für mich im Moment Yukina aus „xx me!“ und Mashiro aus „Kami Kami Kaeshi“.

 

EMA: Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie Mangaka geworden sind?

Ema Toyama: In der Grundschule habe ich immer Nakayoshi (ein japanisches Manga-Magazin für Mädchen) gelesen und war so begeistert davon, dass ich beschloss, selbst professionell Manga zeichnen zu wollen.

 

EMA: Wenn Sie keine Mangaka geworden wären, welchen Beruf hätten Sie vielleicht stattdessen gewählt?

Ema Toyama: Nun ja, ich mag Videospiele sehr gerne (lacht). Vielleicht wäre ich dann heute im Bereich der Spieleentwicklung tätig. Oder ich würde Drehbücher für Filme schreiben (lacht).

 

EMA: Wie lange brauchen Sie durchschnittlich für die Fertigstellung eines Manga-Kapitels?

Ema Toyama: Für das Ausdenken der Handlung brauche ich in etwa drei Tage, für das Zeichnen der zugehörigen Bilder ungefähr eine Woche.

 

EMA: Wie sieht denn Ihr Alltag als Mangaka aus?

Ema Toyama: Ich stehe in der Regel um 9 Uhr morgens auf und zeichne dann bis zum Schlafengehen um Mitternacht, allerdings mit Pausen für Mittag- und Abendessen (lacht).

 

EMA: Träumen Sie vielleicht sogar manchmal vom Manga-Zeichnen?

Ema Toyama: (lacht) Nein, vom Manga-Zeichnen träume ich eher weniger. Aber wenn die Deadlines näher rücken, träume ich manchmal davon wegzulaufen.

 

EMA: Etliche Fans wüssten gerne, ob Sie besondere Rasterfolien verwenden und wie die hübschen Hintergründe in Ihren Manga zustande kommen.

Ema Toyama: Hm, eigentlich benutze ich nur sehr viele Folien mit Glanz- und Glitzereffekten, da ich die am liebsten mag. Außerdem habe ich fast alle Rasterfolien gekauft, die in Japan erhältlich sind. So habe ich natürlich eine große Auswahl.

 

EMA: Welcher war der allererste Manga, den Sie gelesen haben?

Ema Toyama: Das war Ranma 1/2 (lacht).

 

EMA: Haben Sie einen  bestimmten Manga oder Mangaka zum Vorbild?

Ema Toyama: Ja, Moyoco Anno. Bei ihr habe ich damals als Assistentin gearbeitet und war sehr begeistert von ihrer Arbeit.

 

EMA: Und in welchem Alter haben Sie selbst mit dem Zeichnen begonnen?

Ema Toyama: Eigentlich zeichne ich schon seit meiner Grundschulzeit, aber mit dem professionellen Zeichnen habe ich erst mit 20 Jahren angefangen.

 

EMA: Angenommen, Sie hätten die Möglichkeit, Ihrem früheren Ich zu begegnen, was würden Sie ihr sagen?

Ema Toyama: Hm, ich würde ihr sagen, dass ich es tatsächlich geschafft habe, Mangaka zu werden! (lacht)

 

EMA: Wie haben Sie denn Ihre eigene Schulzeit in Erinnerung?

Ema Toyama: Ich war ein sehr ruhiges Mädchen und habe schon damals dauernd gezeichnet. Ich bin auch nie irgendwelchen Sportclubs beigetreten, sondern habe sehr viel Zeit zu Hause verbracht.

 

EMA: Warum stellen Sie sich selbst eigentlich als Katze dar?

Ema Toyama: (lacht) Ich mag Katzen und zeichne sie sehr gerne. Außerdem hat mir das tatsächliche Selbstporträt, das ich vorher von mir angefertigt hatte, überhaupt nicht gefallen. Es war mir viel zu ähnlich. Deswegen habe ich mich stattdessen lieber als Katze gezeichnet.

 

EMA: Auch wenn Sie diese Frage nun fast schon beantwortet haben, was ist Ihr Lieblingstier?

Ema Toyama: Wie gesagt mag ich Katzen sehr gerne, aber auch Hasen und Vögel gehören zu meinen Favoriten.

 

EMA: Haben Sie auch selbst ein Haustier?

Ema Toyama: Ja, eine Katze namens Chai.

 

EMA: Wie steht es um Ihr Lieblingsessen, Toyama-sensei?

Ema Toyama: Definitiv Schokolade! (lacht)

 

EMA: Und abgesehen von Süßigkeiten?

Ema Toyama: Sukiyaki (japanischer Eintopf mit Rindfleisch) mag ich ziemlich gerne.

 

EMA: Ihre liebste Jahreszeit?

Ema Toyama: Der Frühling, denke ich.

 

EMA: Und wohin ginge Ihre Traumreise? Und warum?

Ema Toyama: Eigentlich reicht es mir, in Japan zu bleiben und mich in einem Onsen (japanische heiße Quelle) ordentlich auszuruhen.

 

EMA: Wie gestalten Sie Ihre Freizeit, wenn Sie gerade nicht an einem Manga arbeiten müssen?

Ema Toyama: Hm, unter anderem spiele ich Videospiele. Oder ich gehe ins Fitnessstudio und gerne auch ab und zu ins Schwimmbad.

 

EMA: Sind Sie eigentlich zum ersten Mal in Deutschland?

Ema Toyama: Ja, ich bin zum ersten Mal hier.

 

EMA: Wie gefällt Ihnen Deutschland denn bisher so?

Ema Toyama: Wie ich bereits erwartet hatte, sind besonders die Gebäude hier in Deutschland sehr schön. Solche hatte ich noch nie zuvor gesehen, da ich überhaupt zum ersten Mal in Europa bin. Außerdem ist es für mich sehr überraschend zu sehen, dass es in Deutschland so viele Manga-Fans gibt.

 

EMA: Haben Sie denn auch schon traditionelle deutsche Spezialitäten gekostet und wenn ja, was hat Ihnen besonders gut geschmeckt?

Ema Toyama: Ich habe hier zum ersten Mal Baumkuchen gegessen. Der war wirklich sehr lecker! (lacht)

 

EMA: Wie ist Ihr Eindruck von den vielen deutschen Cosplayern?

Ema Toyama: (lacht) Ich war sehr verwundert, dass es in Deutschland so viele Cosplayer gibt und dass so viele von ihnen nahezu perfekte Kostüme tragen. Hier eine solch große Anzahl verschiedener japanischer Charaktere zu sehen, macht mich als Mangaka besonders glücklich.

 

EMA: Eine letzte Frage. Würden Sie wieder nach Deutschland kommen?

Ema Toyama: Ja, auf jeden Fall. Beim nächsten Mal möchte ich versuchen, ein wenig mehr durch das Land zu reisen.

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