Hollywood meets Manga – Hiroya Oku

 

Kinoreifer Lesespaß

Habt ihr euch jemals gefragt, woher große Künstler ihre Inspiration beziehen? Hiroya Oku, das Mangaka-Genie hinter Gantz und Last Hero Inuyashiki, steht zu seiner Passion für actiongeladene Hollywood-Streifen und erklärt im exklusiven Interview, wie amerikanische Filme die Erzählweise in seinen kinoreifen Werken beeinflusst haben, welche Filme besonders prägend für ihn waren und wie wichtig Originalität trotz allem ist.
 
Aber wie weit ist Oku-sensei bereit für seine originellen Konzepte zu gehen, die denen der Hollywood-Drehbuchautoren in nichts nachstehen und in Japan sogar schon verfilmt wurden?
 
Viel weiter, als ihr euch vorstellen könntet!

 
 
 
 

Im Interview mit Kodansha – Teil 2

Den ersten Teil des spannenden Interviews findet ihr hier.

Haben Sie irgendwelche Hobbies?

Ich sammle leidenschaftlich gerne Figuren und schaue Filme. Ich sehe mir wirklich ständig irgendwelche Filme an. Manchmal gehe ich ins Kino und leihe mir auf dem Weg nach Hause direkt den nächsten Film aus. Ich schätze, ich schaue mir jeden Tag mindestens einen Film an. [lacht]

 

Welche Art von Film mögen Sie am liebsten?

Hauptsächlich bevorzuge ich Action oder Science-Fiction, aber ab und zu schaue ich auch Romanzen, Dramas oder alle möglichen Filme aus Amerika, Frankreich, dem Iran oder von überall, wenn sie mir interessant genug erscheinen.

 

Haben Sie in letzter Zeit irgendwelche guten Filme gesehen?

Ich mochte Kingsman: The Secret Service.

 

Glauben Sie, dass das viele Filmeschauen Ihre Erzählkunst verbessert?

Ich will stets auf dem Laufenden bleiben, wenn es um Neues aus Hollywood oder Videospielen geht. Mit Hilfe des Internets bin ich immer am Puls der Zeit. Außerdem versuche ich, mit meinem eigenen Stil das bereits Bekannte zu übertreffen. Mein Ziel ist es, das zu tun, was noch nie jemand zuvor getan hat. Wenn beispielsweise irgendwer sagt „Oh, das ist genau wie in Halo“, bedeutet das, dass es eigentlich nicht besonders interessant ist, weil die Originalität fehlt. Wenn einer aber sagt, „So was habe ich noch nie gesehen!“, ist es genau richtig. Egal ob Manga, Film oder Anime, die Leute werden sich nicht für deine Arbeit interessieren, wenn du nichts tust, was noch nie jemand zuvor gesehen hat.

 

Ist es schwierig, etwas so Neues zu schaffen, wenn einem die Vergleichsmöglichkeiten fehlen?

Ja und nein, schätze ich. Ich beobachte, was in Filmen und Spielen bisher umgesetzt, beziehungsweise nicht umgesetzt wurde. Dann frage ich mich selbst, „Wurde das schon einmal gemacht?“ Ich habe also einen gewissen Maßstab, nach dem ich mich richten kann.

 

Wenn Last Hero Inuyashiki ein Film wäre, welchem Genre wäre er zuzuordnen?

Es wäre einfach nur ein Science-Fiction- oder Superheldenfilm, denke ich. Letztere habe ich schon seit meiner Kindheit geliebt, vor allem Kamen Rider und Ultraman. Mittlerweile sehe ich mir diese Serien zwar nicht mehr an, aber die Verfilmungen amerikanischer Superhelden-Comics wie Spiderman schaue ich immer noch gerne.

 

Was halten Sie davon, wenn Comics verfilmt werden?

Ich finde, dass die Umsetzungen teilweise sehr gelungen sind. Ehrlich gesagt interessiere ich mich nicht besonders für die amerikanischen Comics selbst, aber sobald sie als Film adaptiert werden, fällt es mir leichter, mich damit zu beschäftigen. Man merkt, dass sehr talentierte Leute sich viel Mühe geben, das Beste aus den Originalen zu holen und coole, zeitgenössische Designs zu schaffen.

 

Dienen Ihnen solche Filme als Inspiration?

Definitiv. Sie sind sehr wichtig für mich. Ich empfinde die Filmemacher aus Hollywood auf gewisse Weise als meine Rivalen. Das motiviert mich, ihre Kreationen zu übertreffen. Ich studiere sogar die Artbooks und Referenzen, die den Entstehungsprozess solcher Filme detailliert dokumentieren, und vergleiche diese dann mit dem letztendlich Resultat. Ich finde es äußerst faszinierend, wie eine Reihe von überaus begabten Menschen an den verschiedensten Teilen einer Filmproduktion mitwirkt. Es ist sehr schwer, ihre Arbeit mit meinem kleinen Team zu toppen. Trotzdem müssen wir unser Bestes geben, denn es wäre sinnlos, Spiderman und The Avengers einfach nur zu kopieren. Es zu versuchen, ist der einzige Weg, das, was von anderen erreicht wurde, noch zu übertreffen. Diese Gedanken habe ich stets im Hinterkopf, während ich an einem Manga arbeite.

 

Was ist Ihr Sternzeichen?

Jungfrau.

 

Möchten Sie eines Tages in Hollywood arbeiten?

Nein. Wegen meiner Flugangst reise ich sowieso nicht gerne ins Ausland. [lacht]

 

Wie würden Sie sich fühlen, wenn aus einem Ihrer Manga ein Hollywood-Film wird?

Wenn das jemals passieren sollte, wäre ich wahrscheinlich sehr glücklich. Ich hoffe, dass es eines Tages dazu kommen wird. Aber das ist wohl eher ein Traum und hat auch viel mit Glück zu tun. Daher glaube ich nicht wirklich daran.

 

Ist Ihnen bewusst, dass Sie auch viele Fans im Ausland haben?

Wenn meine Werke Leuten im Ausland gefallen, bedeutet das lediglich, dass sie meinen Geschmack teilen. Das ist keine große Überraschung, da ich mich stark an Hollywood-Filmen orientiere, die ebenfalls überall auf der Welt geschätzt werden. Natürlich freut es mich, dass andere Leute das mögen, was ich mache, aber für mich ist das nicht wirklich überraschend.

 

Haben Sie irgendeine Nachricht für Ihre Fans?

Zu wissen, dass jemand aus einem völlig anderen Teil der Welt meine Mangas liest, macht mich echt glücklich. Ich versuche, Last Hero Inuyashiki so zu strukturieren, als wäre es ein zusammenhängender Film, weswegen die Geschichte mit jedem Band spannender wird. Deswegen hoffe ich, dass meinen Fans die Serie gefällt und sie die Story weiter verfolgen.

 

Vielen Dank!

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