Im Interview mit Yoshitoki Oima

 

Ein authentisches Meisterwerk

Seit kurzem steht unser neuer Extraklasse-Titel A Silent Voice in den Läden! Das emotionale und vor allem authentische Romance-Drama um das gehörlose Mobbing-Opfer Shoko und den reumütigen Schul-Rowdy Shoya, die sich nach vielen Jahren wieder begegnen, wurde in Japan sogar mit dem Osamu-Tezuka-Preis ausgezeichnet!

Der kreative Kopf hinter A Silent Voice ist Mangaka Yoshitoki Oima, die 1989 in Ôgaki in der Präfektur Gifu geboren wurde. Bevor sie mit A Silent Voice internationalen Ruhm erlangte, machte Oima sich bereits 2009 als Zeichnerin des Sci-Fi-Mystery-Mangas Mardock Scramble einen Namen. Derzeit arbeitet Oima außerdem an einem neuen Seinen-Manga namens Ore no 100 Hanashime!!
 
 
 
 

Im Interview mit Kodansha

Um auch den deutschen Lesern einen kleinen Blick hinter die Kulissen von A Silent Voice und einen Einblick in die Arbeit von Yoshitoki Oima zu ermöglichen, hat uns Kodansha freundlicherweise ein Interview mit der Mangaka zur Verfügung gestellt.
 
 
Shoko, die Protagonistin aus A Silent Voice, ist gehörlos. Was hat Sie dazu veranlasst, einen Charkater mit einem solchen Handicap zu wählen?

Das liegt an meinem persönlichen Bezug zu Zeichensprache und Menschen mit Hörbehinderung. Die Idee für diesen Manga kam mir, als ich mit meiner Mutter zusammenlebte. Sie ist eine Dolmetscherin für Gebärdensprache und half mir dabei zu verstehen, wie Gehörlose sich verständigen. So ist der Charakter Shoko entstanden.
 
 
Der andere Protagonist ist ein Junge namens Shoya, der sich über Shokos Handicap lustig macht und sie damit aufzieht. Haben Sie diesen Manga mit einer bestimmten Absicht geschaffen? Möchten Sie Jugendliche dazu bewegen, sich gegenseitig zu akzeptieren?

Ich wollte die Geschichte zweier Personen erzählen, die aufgrund mangelnder Kommunikation sehr weit voneinander entfernt sind, sich aber Stück für Stück näher kommen. Einen bestimmten Wunsch oder eine Beschwerde an Jugendliche wollte ich damit nicht zum Ausdruck bringen. Mir persönlich gefallen einfach Settings mit sehr unterschiedlichen Charakteren, die sich voneinander abheben.
 
 
Das Besondere an Ihrer Geschichte ist, dass sie nicht aus der Perspektive des Opfers erzählt wird, sondern aus der des Täters. Was hat Sie dazu inspiriert?

Ich dachte mir, dass es auf diese Weise für den Leser am einfachsten ist, Empathie zu entwickeln. Es gibt so viele Geschichten aus der Sicht des Opfers, aber kaum welche, die vom Standpunkt des Täters aus berichten. Daher habe ich mich dieser Herausforderung gestellt. Außerdem wollte ich auf diese Weise auch den Sinneswandel von Ishida und den anderen Schülern besser darstellen können.
 
 
Ist das Mobbing in Schulen ein Thema, das besonders in Japan große Aufmerksamkeit bekommt und deswegen oft in Mangas verarbeitet wird?

Besonders in den Werken, die eine Schule als Setting nutzen, stößt man recht häufig auf das Thema. Das Problem Mobbing ist für japanische Kinder sehr präsent und somit ein Thema, mit dem sich viele Leser identifizieren können.
 
 
A Silent Voice - A Silent Voice 02 - Yoshitoki Ooima - Egmont MangaAuch Freundschaft und ihre Grenzen sind zentrale Themen in Ihrem Werk. Ab wann ist ein Freund ein Freund? Muss man Freunden alles durchgehen lassen? Was glauben Sie?

Am liebsten würde ich die Leser selbst nach ihrer Meinung fragen, ab wann ein Freund denn wirklich ein Freund ist. Ich denke jedenfalls nicht, dass man seinen Freunden alles vergeben sollte. Trotzdem lasse ich mich natürlich gerne belehren.
 
 
Sie haben A Silent Voice selbst geschrieben und gezeichnet. Bitte erzählen Sie uns ein wenig vom Entstehungsprozess. Sie haben wharscheinlich zunächst mit der Ausarbeitung der Story begonnen?

Zuerst habe ich einfach alles, was mir eingefallen ist – wie zum Beispiel einige Szenen oder Dialoge -, in meinem Notizbuch aufgeschrieben. Anschließend habe ich zwei oder drei Tag dafür gebraucht, mir die Namen für die Charaktere auszudenken. In ungefähr vier Tagen habe ich dann das Manuskript angefertigt.
 
 
Ursprünglich wurde angekündigt, dass A Silent Voice ein One Shot sein wird, dann wurde aber eine ganze Serie daraus. Wie hat das Ihre Arbeitsweise beeinflusst?

Während der Arbeit an meinem vorherigen Titel Mardock Scramble habe ich die Serie vor allem auf eine zentrale Frage gestützt: Warum scheint die Protagonistin Balot sterben zu wollen? Auch als A Silent Voice vom One Shot zur Serie wurde, musste ich mich besonders darauf konzentrieren, Shokos Charakter langfristig interessant zu gestalten.
 
 
Welcher Manga hat Sie dazu gebracht, Mangaka werden zu wollen?

Das war Yuzo Takadas 3×3 EYES. Die Zeichnungen waren einfach wunderhübsch! Bevor ich mir im Klaren darüber war, dass ich Mangaka werden möchte, habe ich viele seiner Bilder nachgemalt.
 
 
Gibt es einen Mangaka, dessen Talent so überwältigend ist, dass Sie Ihren Beruf am liebsten an den Nagel hängen würden?

Da gibt es ganz schön viele. Mir ist das allerdings viel zu peinlich, weswegen ich die Frage lieber nicht beantworten möchte.
 
 
Für welches Buch oder welchen Manga konnten Sie sich in letzter Zeit besonders begeistern?

Hm, das Videospiel zu Chrono Trigger!
 
 
Welches Buch haben Sie am häufigsten gelesen?

Besonders oft schaue ich eher Filme. Das fünfte Element und Johanna von Orleans habe ich viele Male gesehen. Ich liebe die Werke von Luc Besson.
 
 
Gibt es einen Titel, bei dem es Ihnen peinlich ist, dass Sie ihn bis heute nicht gelesen haben?

Ohje, das sind so viele, die kann ich gar nicht alle aufzählen.
 
 
Lesen Sie momentan ein Buch oder einen Manga?

Kiichi!! von Hideki Arai und Do Fish Feel Pain von Victoria Braithwaite.
 
 
Vielen Dank!
 
 
Und zum Abschluss haben wir für euch sogar noch ein cooles Video, in dem Oima-sensei Shoko und Shoya mit beeindruckender Leichtigkeit zu Papier bringt! So schön!
 

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