Manga in Deutschland

Manga in DeutschlandWer in Deutschland als Mangaka durchstarten möchte, hat es nicht leicht. Die besten Chancen einen eigenen Manga zu veröffentlichen hat, wer bei einem Zeichenwettbewerb (wie Mangatalente auf der Leipziger Buchmesse) mitmacht und einen der ersten Plätze belegt. Ein Hierarchiesystem wie in Japan, in dem man sich danach erst als Assistent hocharbeiten muss, bevor man selbst Geschichten zeichnen darf, gibt es aber nicht. Meist wird den Siegern der Wettbewerbe die Veröffentlichung ihrer Gewinnerwerke und befristete Verträge für einen oder zwei Mangabände angeboten.

Diese Werke deutscher Mangaka kommen dann neben all den Serien japanischer Autoren in die Läden. In Deutschland besteht die Zielgruppe vor allem aus Kindern und Jugendliche im Alter von 10-25 Jahren. Wer dabei was liest, ist ganz unterschiedlich. Die bekanntesten Serie, wie beispielsweise Detektiv Conan, Naruto oder One Piece, werden jedoch von mindestens genauso vielen Mädchen wie Jungen gelesen.

Schon in den 1970ern und 1980ern wurden im deutschen Fernsehen vereinzelt Animes gesendet, ohne dass bekannt war, dass diese Serien aus Japan kommen, z.B. Biene Maya (1975), Heidi (1977), Sindbad (1978) oder Captain Future (1980). Zu Beginn der 1990er Jahre kamen zusätzliche Animeserien ins Programm, die jedoch weiterhin nicht direkt als Anime, sondern schlicht als Zeichentrickserien im Nachmittags- bzw. Wochenendprogramm liefen. Dazu gehörten u.a. Saber Rider und die Starsheriffs (1990), die Kickers und Die tollen Fußballstars (1992), die kleine Prinzessin Sara (1992), Mila Superstar (1993), Eine fröhliche Familie (1994) oder Georgie (1996). Schon damals konnten Anime sehr viele Kinder begeistern.

Der Anime- und Manga-Boom begann in Deutschland jedoch erst Ende der 1990er Jahre. 1997 lief Sailor Moon als erste große, als Anime beworbene Serie auf RTL2 und Dragonball erschien als erster ungespiegelter Manga. 1998 erschien dann auch Sailor Moon als gespiegelter Manga und ab 1999 zogen Dragonball und Pokémon jeden Nachmittag alle Kinder in ihren Bann. Bis auf den Überraschungserfolg Sailor Moon, erschienen in Deutschland schon damals meist zuerst die Manga und dann die Animes, der in Japan sehr populären Serien.

I love EMANach der Jahrtausendwende wurde das Animeprogramm der deutschen TV-Sender kontinuierlich aufgestockt, z.B. mit Jeanne, die Kamikaze-Diebin (2001), Ranma ½, Detektiv Conan (2002), One Piece, Inu Yasha (2003) und Naruto (2006). All diese Serien waren schon 1-3 Jahre zuvor als Manga in Deutschland erschienen und laufen zum Teil noch heute erfolgreich weiter. Mit diesem Manga-Boom gründeten sich um das Jahr 2000 herum auch Verlage bzw. Verlagslabel eigens für Manga: „Die vier Großen“ in Deutschland waren Carlsen Manga, Planet Manga von Panini, Tokyopop und EMA von Egmont vgs.

Heute laufen im Fernsehen nur noch vereinzelt „echte“ Anime, dafür aber einige von Anime beeinflusste amerikanische Zeichentrickserien, wie Avatar, the last Airbender, Ben 10, oder My Life Me. Jedes Jahr erscheinen bei den „3 Großen“ (Carlsen, Tokyopop und EMA) hunderte neuer Manga auf Deutsch. Außerdem hat sich eine lebhafte Internetszene gebildet, wo sich auf Seiten wie Animexx tausende Fans über ihr Hobby austauschen, selbst gezeichnete Bilder im Manga-Stil, Doujinshis oder Fanfictions hochladen, diese lesen und bewerten können. Fans organisieren auch Conventions wie die AnimagiC in Bonn oder die Connichi in Kassel, große Fantreffen vor allem für Cosplayer, die dann ihre selbst geschneiderten Kostüme von Manga- und Animefiguren ausführen können.

 

Wie sind Manga entstanden?

 

 



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