Stilelemente im Manga – Galerie

 

 

Stilelemente im Manga

Extravagante Kostüme sind ein wichtiger Bestandteil von Mangas. Das Charakterdesign der Figuren ist oft bunt, mit großen Kulleraugen, ausgefallenen Frisuren und aufwendigen Klamotten. Doch natürlich können Manga auch absichtlich sehr realistisch gezeichnet sein, um erwachsene Leser ernsterer Themen anzusprechen.

Der große Kopf, die riesigen Augen, besonders bei weiblichen Charakteren, erfüllen das Kindchenschema und lassen uns Menschen gleich entzückte Laute von uns geben, als würden wir ein Hundebaby anschauen. Die Augen sind aber noch aus einem anderen Grund so groß gezeichnet: mit ihnen lassen sich die Gefühle der Figur am besten ausdrücken. Weil die Nase für den Ausdruck von Emotionen nicht wichtig ist, wird sie meist sehr klein dargestellt, während der Mund in seiner Größe sehr flexibel ist. Ausdruckslos oder lächelnd ist er meist verhältnismäßig klein, bei einem herzhaften Lachen oder einem Wutausbruch kann er aber schon mal den Rahmen des Gesichts sprengen!

Besonders wenn es in einem Manga lustig zugeht, können zwischendurch Figuren in einer besonderen Form auftauchen, dem sogenannten Super Deformed. Dabei wird der Teil des Körpers, der für die Handlung gerade wichtig ist, übergroß gezeichnet, während der Rest des Körpers normal oder im Chibi-Format dargestellt wird. Chibi bezeichnet Zeichnungen von Figuren in einer kindlichen Form. Dabei sind Haarfarbe und Outfit des Charakters meist identisch mit seiner erwachsenen Version, die Form des Körpers ähnelt aber einem Seestern und zielt auf Niedlichkeit ab. Viele Autoren haben eine wiederkehrende Karikatur von sich selbst im Chibi-Format entworfen.

Für die Darstellung von Emotionen haben sich im Manga ebenso einige spezielle Elemente entwickelt, die für westliche Leser zuerst schwer verständlich sind. Zum Beispiel bedeutet ein Schweißtropfen seitlich an der Stirn, dass der Figur etwas peinlich ist oder ihr einfach die Worte fehlen. Das gleiche Gefühl lässt sich dadurch ausdrücken, dass die Figur umkippt und im Bild nur noch ihre in die Luft erhobenen Beine zu sehen sind. Zusammengekniffene Augen und ein Kreuz auf der Stirn stehen dafür, dass die Figur wütend wird und die Blutgefäße auf ihrer Stirn pochend zu sehen sind. Das Kreuz muss dabei nicht unbedingt dort sein, wo auch bei einem echten Menschen die Adern wären, sondern kann sogar neben den Kopf platziert werden.

Darüber hinaus werden Gefühle auch oft mit den Hintergründen ausgedrückt. Wenn zum Beispiel der Hintergrund in einem Panel aus herumfliegenden Herzchen besteht, kann das nur heißen, dass die Figur gerade im siebten Himmel schwebt. Ansonsten sind die Hintergründe meist realistisch gezeichnet oder sogar aus Fotos eingefügt. Speedlines zeigen dabei Geschwindigkeit oder auch überraschendes Auftauchen.

Die Anordnung der Panels auf einer Mangaseite ist sehr viel freier als bei westlichen Comics. Die Panels müssen nicht gerade nebeneinander angeordnet werden. Die Abgrenzungslinien können schief oder auch gar nicht gesetzt werden. Oft durchbrechen auch die Figuren die Rahmen der einzelnen Bilder und auch Doppelseiten mit einer großen Zeichnung sind nicht selten. So entsteht eine große Dynamik im Lesefluss und der Eindruck einer sehr lebendigen Welt.

Was ist eigentlich ein Manga?

 

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  1. Magical-Lisa 12.01.2017

    Als totaler Manga- und Animefan, kenne ich natürlich alle Stile. Aus diesem Grund, finde ich es toll, dass ihr es nochmals alles genau beschreibt und wofür die einzelnen Stile jeweils stehen. Alles liebe :-)

  2. ヨシ 22.08.2015

    Und was bedeutet eine Krone?

  3. Xerxes Break ;) 11.09.2013

    Ich mag den Begriff “Wutkreuz”… PS das mit dem Schweisstropf könnte ich nicht beschreibn… Viele Anfänger denken die Leute weinen ! *augenroll*


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